Wolfgang Eichelbeck – ascent AG

Was passive Anlagestrategien so gefährlich macht: die größten Risiken, verdeutlicht am MSCI World

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Indexfonds erfreuen sich seit geraumer Zeit einer enormen Beliebtheit. Diese besondere Art der Investmentfonds arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Statt anhand von bestimmten Kriterien einzelne Aktien gezielt auszuwählen, investieren Indexfonds in alle in einem ausgewählten Börsenindex wie dem DAX oder MSCI World enthaltenen Werte, um diesen möglichst genau nachzubilden. Der Vorteil: Für eine derartige, sogenannte passive Anlagestrategie ist kein aktives Fondsmanagement notwendig, was die Gebühren niedrig hält. Zudem verfügen sie – wie Fonds generell – über eine „eingebaute“ Diversifikation, da sie das Fondsvermögen in eine Vielzahl von Wertpapieren investieren.

Insbesondere der MSCI World wird von vielen als ein Aktienindex wahrgenommen, der die gesamte Bandbreite an Unternehmen der Welt widerspiegelt. Fonds auf diesen und andere Weltindizes stehen für viele daher für umfassend diversifizierte Anlageprodukte, die quasi als „Rundum-Sorglos-Pakete“ in Sachen Aktieninvestment dienen können. Doch diese Hoffnung auf eine besonders breite Risikostreuung erfüllt sich nicht in jedem Fall. Denn passive Anlagen über Indexfonds bergen einige Gefahren, die vielen überhaupt nicht bekannt sind. Aus diesem Grund wollen wir von der ascent AG heute einmal etwas näher auf diese besonderen Risiken eingehen, und zwar am Beispiel des MSCI World.

Wo der MSCI World Schwächen bei der Risikostreuung zeigt

Der MSCI World wird oft als Idealbild eines perfekt gestreuten Aktieninvestments verstanden. Auf den ersten Blick erscheint das auch plausibel: Der Index umfasst Aktien von mehr als 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern und gilt deshalb als einfache Lösung für Anleger, die mit nur einem Produkt breit investieren möchten. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass diese vermeintliche globale Streuung nur bedingt gegeben ist. Denn in mehreren Punkten zeigen sich deutliche Einschränkungen.

1. Ein sehr großer Teil des Indexes entfällt auf den US-Markt, während andere Länder und Regionen deutlich unterrepräsentiert sind: Stand 31. März 2026 machen US-Aktien 71,27 Prozent des MSCI World aus, alle weiteren sind klar abgeschlagen. Selbst der nächstgrößere Aktienmarkt Japan rangiert mit 5,69 Prozent quasi unter ferner liefen, Großbritannien (3,84 Prozent), Kanada (3,42 Prozent) und Frankreich (2,61 Prozent) liegen noch weiter zurück. Deutsche Aktien stehen bei rund 2,4 Prozent.

2. Der Index wird von wenigen Großkonzernen dominiert: Ein Viertel des Indexgewichts (25,31 Prozent) entfällt auf die zehn größten Unternehmen, obwohl diese weniger als ein Prozent der im Index vertretenen Werte ausmachen.

3. Hohe Konzentration in einer Branche: Mit Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Co. ist der Technologie-Sektor nicht nur in den Top 10 überdurchschnittlich stark vertreten, sondern auch im Index als Ganzem: Die Informationstechnologie macht 25,7 Prozent der Gesamtgewichtung aus.

Klumpenrisiken beim Indexfonds

Diese Ballung in gleich mehreren Bereichen bedeutet für Anleger, die sich in Sachen Risikostreuung allzu sehr auf den MSCI World verlassen, also hohe sogenannte Klumpenrisiken. Diese entstehen, wenn ein zu großer Teil eines Investments auf wenige Einzelwerte, Branchen, Länder oder Themen entfällt. Entwickeln sich diese Bereiche schwach, wirkt sich das überproportional stark auf das gesamte Portfolio aus.

Eine breite Streuung soll genau dies verhindern, indem das Kapital auf möglichst viele unterschiedliche Anlagen verteilt wird. So lässt sich vermeiden, dass einzelne Schwergewichte die Wertentwicklung zu stark bestimmen. Wie die Analyse des MSCI World zeigt, ist diese Risikostreuung mit einem einzigen passiven Indexfonds nicht zu erreichen. Abhilfe kann unter anderem ein gut diversifiziertes Portfolio aus unterschiedlichen Fonds schaffen. Genau derartige Fondsportfolios erstellen unsere ascent AG-Berater für unsere Kunden und beziehen dabei selbstverständlich auch individuelle Aspekte wie Anlagevorlieben und finanzielle Ziele in die Zusammensetzung ein. Nutzen Sie unser Beratungsangebot und vereinbaren Sie einen Termin mit einem ascent AG-Geschäftspartner in Ihrer Nähe. Diesen finden Sie hier.